Wieder einmal ein Schlag ins Gesicht, ein neuer blauer Fleck zeichnet meinen Körper, und das vom eigenen Vater. Hab mich ein paar Stunden später auf dem Wohnzimmer Fußboden aufgefunden, muss wohl zusammen gebrochen sein oder sonstiges. Wenigstens war ich zugedeckt, dank meiner Oma. Ich hab langsam keine Kraft mehr, ich geh ihm schon aus dem Weg und versuche meine verdammte Schnauze zu halten, trotzdem schaffe ich es ihn jeden Tag aufs neue zu reizen. Kraftlos schleppe ich mich hoch in meine Wohnung. Betrachte mich auf dem Weg im Spiegel. Ich sehe abgemagert und total fertig aus, habe am ganzen Körper blaue Flecken und Schnittwunden. Eigentlich sollte ich mal wieder was essen, aber selbst dafür fehlt mir die Kraft. Laufe weiter, ohne nachzudenken lande ich im Bad, sehe mich erneut im Spiegel an, als nächstes wandert mein Blick zu der Klinge neben dem Waschbecken. Lass die Luft langsam aus meiner Lunge strömen. Bemerke meine Schwester nicht die hinter mir steht. Sie ist aus Ulm angereist mit meiner älteren Cousine, nach dem meine kleine Schwester wegen Epilepsie in so einer Spezialklinik dort war. Ich griff nach der Klinge und ließ diese automatisch über meinen Arm gleite. Ich drehe mich um als ich das schreien meiner Schwester hörte. Sie hat angefangen zu weinen und hat mir ins Gewissen gerufen das ich damit aufhören wollte. Manchmal glaub ich ist meine Schwester echt Klüger als ich und sie ist erst neun. Klar ich habe ihr erklärt was ich da mache, aber ich wollte nie das sie sieht wie ich Leide. Meine Beine gaben nach ich Sank auf die Knie und umarmte sie, unbemerkt liefen mir Tränen über die Wangen. Nach einiger Zeit ließ ich sie los. Sie fragte mich wieso ich weine. Ich konnte nicht Antworten meine Stimme war weg, es würde nur ein schreckliches Krächzen aus meiner Kehle heraus kommen. Gab ihr einen Kuss auf die Stirn und schüttelte nur kurz den Kopf, ich bemerkte wie sie mich böse anblickte, ich ließ meinen Blick senken. Ich habe mich nicht an unser Versprechen gehalten, ich wollte für sie da sein und dafür musste ich mich aufhören zu Ritzen und zu Trinken. Ich bin so ein Versager schoss es mir durch den Kopf, langsam mit zittrigen Beinen stand ich auf und griff nach einem Verband, denn ich mir mit ein paar Handbewegungen um den Arme wickelte. Vielleicht komme ich bald zu Mama hörte ich meine Schwester sagen. Ich bewegte mich kein Stück, starrte sie durch den Spiegel an. Unsere Mutter war tot, was meinte sie damit.
Ich habe ein Walnuss großes Ding in meinem Kopf, ein Tumor. Sie tat sich sichtlich schwer das letzte Wort auszusprechen. Ich fing an zu zittern, nicht meine Schwester, bitte nicht. Ich musste mich zusammen reißen, nicht für mich, sondern für sie. Wir gingen in mein Zimmer und sie erzählte mir alles.
Sie lag neben mir im Bett und schlief ein.
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